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Mountainbike Alpencross auf der Joe Route

Alpencross auf der Joe Route

Ein unvergessliches Abenteuer: Ein Alpencross auf der Joe Route

Bei der Joe Route handelt es sich um eine der bekanntesten Touren für eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike. Die 1995 zu ersten Mal befahrene Route führt auf einer Länge von 432 km von Oberstdorf nach Riva del Garda.

Inhaltsverzeichnis

Infos & GPS-Daten

  • Gesamtlänge: ca. 432 km
  • Höhenmeter: 14.000 m
  • Dauer: 7 Tage
  • Länder: Deutschand, Schweiz, Österreich, Italien
  • Singletrailskala: bis zu S3
  • Schwierigkeit: Hoch, teilweise Trage- und Schiebepassagen in hochalpinem Gelände.

Auf den Etappen gibt es in der Regel ausreichend Einkehrmöglichkeiten. Die Wahl der Übernachtung hängt von den eigenen Vorlieben ab: Von der einfachen Hütte bis zum noblen Hotel ist auf der Joe Route alles verfügbar.

Eine Übersicht über alles, was uns auf der Joe Route begleitet hat findest du hier: Transalp Packliste


Die GPS-Daten der einzelnen Etappen findest Du bei der jeweiligen Ettappenbeschreibung

Karte

Wissenswertes

Die Joe Route zählt nicht nur zu den bekanntesten Transalpstrecken, sondern auch zu den anspruchsvolleren. Nicht weniger als 14.000 Höhenmeter, teils in hochalpinem Gelände, erwarten die Fahrer. Neben asphaltierten Alpenpässen wie dem Stilfser Joch oder dem Gavia Pass, müssen auch längere Schiebepassagen am Fimberpass oder der Uina Schlucht mit dem Mountainbike bewältigt werden. Neben guter Kondition sind auch alpine Erfahrung wie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Neun der zu fahrenden Pässe liegen auf über 2.000 und befinden sich damit im Hochgebirge.

Bergab ist auf den teils kilometerlangen Trails eine solide Beherrschung des Mountainbikes von Vorteil.

Verlauf der Joe Route

Der ursprüngliche Verlauf der Route führt in sieben Etappen von Oberstdorf durch die Allgäuer Alpen in die Schweiz nach Dalaas. Von der Verwallgruppe über die Silvretta erreicht die Joe Route am fünften Tag mit Ankunft an der Dreisprachenspitze auf 2.843 m ihren höchsten Punkt. Entlang des Ortler-Gebirges über Dimaro und die eindrucksvolle Brenta Bergkette erreicht man schließlich Riva am Gardasee.

Etappen

  1. Oberstdorf – Dalaas (65 km / 1.850 Höhenmeter)
  2. Dalaas – Zeinisjoch (43 km / 2.150 Höhenmeter)
  3. Zeinisjoch – Schlinig (67 km / 2.450 Höhenmeter)
  4. Schlinig – Trafoi (40 km / 1.350 Höhenmeter)
  5. Trafoi – Santa Caterina (56 km / 2.300 Höhenmeter)
  6. Santa Caterina – Dimaro (70 km / 2.000 Höhenmeter)
  7. Dimaro – Riva del Garda (80 km / 2.000 Höhenmeter)

Höhenprofil

Höhenprofil der Joe Route

Höhenprofil der Joe Route

Höhenprofil der Joe Route (als hochauflösendes PDF herunterladen)

Unterkünfte

Als Unterkünfte bieten sich zunächst die an der Joe Route gelegenen Hütten an. So lassen sich die ersten drei Nächte auf der Freiburger Hütte, der Heilbronner Hütte und der Sesvennahütte verbringen. Wer auf der Suche nach uriger Berg-Atmosphäre ist wird damit sicher zufrieden sein. Ist jedoch etwas mehr Komfort gewünscht, lassen sich auch die Ortschaften Dalaas, Zeinisjoch und Schlinig anfahren um dort in Hotels oder Pensionen zu nächtigen.

Im weiteren Verlauf sieht die Route Übernachtungen in den Dörfern Trafoi, Santa Caterina und Dimaro vor.



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Beste Reisezeit

Da die Joe Route über alpine Passagen führt, auf denen sich der Schnee lange gegen die Sonne behaupten kann, sollte die Transalp in den Spätsommermonaten Juli bis September gefahren werden. Wer zu früh oder zu spät fährt riskiert es sein Mountainbike durch Schneefelder tragen zu müssen.

Schneefeld auf der Joe Route

Schneefeld auf der Joe Route

Rückreise

Die Rückreise von Riva kann entweder mit einem der zahlreichen Bike Shuttles oder mit dem Zug erledigt werden. Um den Zug zu nehmen muss jedoch zunächst entweder mit dem Bike oder per Taxi (gibt es auch mit Fahrradträger, ca. 60€/Fahrt) nach Rovereto gefahren werden. Von dort fährt ein Zug in gut 4 Stunden über Innsbruck nach München.

Navigation & GPS

Obwohl mittlerweile fast jeder mit einem GPS-Gerät unterwegs ist, sollte man für den Notfall stets Kartenmaterial mit sich führen. Für einen erfolgreichen Alpencross auf der Joe Route benötigst Du folgende Karten:

Erharungsbericht

In den folgenden Abschniten findest Du unsere Erfahrungen, die wir 2016 auf der Joe Route gemacht haben.

1. & 2. Etappe

Aufgrund der schlechten Wetterprognose musste der Start unserer Mountainbike Transalp auf der Joe Route leider zeitlich und örtlich verschoben werden.

Im Original startet die Joe Route in Oberstdorf und führt dann über den Schrofenpass ins schweizerische Dalaas. Ettape zwei verläuft dann auf 42 Km nach Zeinisjoch, von dort geht es über Ischgl nach Schlinig.

Da für die Region Oberstdorf starke Regefälle und Gewitter vorhergesagt waren und wir unsere Transalp nicht mit einem solchen Negativ-Erlebnis starten wollten, brauchten wir eine Alternative. Klar war das wir am Samstag nicht mehr starten konnten und die beiden Übernachtungen in Dalaas und Zeinisjoch hinfällig waren. Um dem schlechten Wetter zu entgehen und gleichzeitig den verlorenen Samstag aufzuholen, entschlossen wir uns die Route zu ändern und so weit wie möglich mit dem Zug in Richtung Ischgl zu fahren, um dort auf die Joe Route einzusteigen.

Start der Transalp in Landeck

Start der Transalp in Landeck

Mit dem Zug nach Landeck

So wurde Freitagabend beschlossen am Sonntagmorgen mit dem Zug von München via Innsbruck nach Landeck zu fahren. In Landeck konnte dann endlich das Mountainbike bestiegen werden. Die 24 Km bis zu unserer Pension in Kappl kann man als „Prolog“ einstufen. Überwiegend an der Straße entlang und durch viel befahrene Tunnel zogen sich die 650 Höhenmeter dann doch ganz schön in die Länge.

Der Nachmittag wurde damit verbracht kaffeetrinkend dem Regen zuzuschauen. Am Abend wurde im Gasthof Hirschen üppig und gut gespeißt, so dass man gut gerüstet für die nächsten Tage war.

GPS-Daten

Karte

Joe Route: 3. Etappe: Ischgl – Schlinig

Nach dem die ersten beiden Etappen „ins Wasser“ gefallen waren und der unser Transalp-Start nach Ischgl verlegt werden musste, wurde auch bei dieser Etappe improvisiert. Entgegen der offiziellen Joe Route wollten wir die 3. Etappe um den Trail von der Greitspitze über den Paulinerkopf zur Fuocla Da Val Gronda „erweitern“ um von dort in Richtung Heidelberger Hütte zu fahren. Scheint ja alles machbar zu sein

Zunächst ging es ab Ischgl via Silvrettabahn hoch zur Idalpe und von dort zur Flimspitz auf 2.929 Meter. Das Skigebiet Ischgl ist im Sommer wahrlich kein schöner anblick. Dank dichtem Nebel aber auch kein Problem. Dass das Schiefergestein alles andere als reifenfreundlich haben wir schon nach wenigen Metern festgestellt.

Erste Reifenpanne nach wenigen Mertern

Erste Reifenpanne nach wenigen Mertern

Der anschließende Höhenweg Richtung Zebalsjoch ist ein permanenter Wechsel aus Schotter mit teilweie heftigen Gegenanstiegen, die aber immer wieder schönen Trail-Abschnitten abgelöst werden.

Trail auf dem Grat

Schöner Trail auf dem Grat

Zur Fuorcla da Val Gronda

Ab dem Zebalsjoch geht es mehr oder weniger fahrbar erst mal einige Höhenmeter abwärts, bevor dann eine zähe Schiebepassage über ein Geröfffeld zur Fuorcla da Val Gronda (2.752 m) führt.

Wir verlassen Österreich

Wir verlassen Österreich

Die mühsam erschobenen Höhenmeter werden nun in einem zunächst sehr flowigen Trail wieder abgebaut. Mit zunehmender Dauer wird der Trail aber immer ausgewaschener und schwerer zu fahren.

Unweit der Heidelberger Hütte zeigt ein Schild in Richtung des Nächsten Zwischenziels: Dem Fimberpass (2.608 m).

Der flowige Start der Trails zur Heidelberger Hütte

Der flowige Start der Trails zur Heidelberger Hütte

Fimberpass

Wer sich die 100 Höhenmeter runter (und wieder hoch) zur Heidelberger Hütte sparen will, kann gleich hier den Aufstieg zum Fimberpass beginnen. Aufstieg ist hier wörtlich zu nehmen. Die ca. 300 Höhenmeter bis zum Pass müssen wieder schiebend auf sich genommen werden.

Am Fimberpass

Am Fimberpass

Am Pass angekommen bietet sich ein grandioser Blick ins Fimbertal und weckt Vorfreude auf die anstehende Abfahrt ins Unterengadin. Zweifellos einem der Höhepunkte auf der Joe Route. Die lange Abfahrt beginnt recht technisch, wird aber mit zunehmender Dauer immer entspannter. Sodass hier jeder auf seine Kosten kommt. Später wechselt der Untergrund zu einer normalen Fortstraße und geht schließlich in eine Teerstraße über, die uns rasant nach Ramosch (1.236 m) ins Val Sinestra führt.

Vor der Abfahrt am Fimberpass

Vor der Abfahrt am Fimberpass

Val d’Uina & Quar-Schlucht

Hier könnte die Etappe eigentlich schon beendet sein, mit dem Val d’Uina steht allerdings noch ein weiteres Heighlight auf der Agenda. Der Weg durch das Val d’Uina bringt uns auf langsam der Quar-Schlucht näher. Landschaftlich einmalig ist sicher der in den Fels geschlagene Weg, der einen durch die Schlucht in Richtung Schlinigpass bringt.

Schon zu beginn der Schlucht weißt ein Schild daruf hin, dass das Mountainbike ab sofort geschoben oder getragen werden muss. Eigentlich überflüssig, denn der schmale und nur wenig gesicherte Pfad durch durch die Schlucht macht Fahren ohnehin unmöglich. Auch von einer Abfahrt ins Tal ist dringend abzuraten. Erst 2012 kam ein Biker beim Versuch den Weg fahrend zu passieren ums Leben.

Hinweiß an der Val d’Uina

Hinweiß an der Val d’Uina

Der Weg führt einen immer wieder durch Höhlen und kurze, steile Rampen und fordert absolute Schwindelfreiheit. Dass die Schlucht überhaupt passiert werden kann ist dem Deutschen Alpenverein zu verdanken, der Anfang des 20. Jahrhunderts den nur etwa einen Meter breiten aber 600 Meter langen Weg aus dem Fels gesprengt hat. Auf die Idee, dass hier mal Leute mit dem Mountainbike durch wollen kam damals offensichtlich noch keiner. So muss das Bike immer wieder mal geschultert werden.

Durch die geringe Sonneneinstrahlung ist auch im Sommer noch mit Eis und Schnee in der Schlucht zu rechnen.

Blick zurück in die Schlucht

Blick zurück in die Schlucht

Schlinigpass

Am Ende der Schlucht erreicht man den Schliningpass auf 2.309 m. Der Pass verbindet die Schweiz mit Italien und bringt uns zu unserem Etappenziel: Der Ortschaft Schlinig.

Der Pass besteht hauptsächlich aus einem mäßig befahrbaren Singletrail, der immer wieder von leichten Gegenanstiegen unterbrchen wird. Viele Aplencrosser verbringen die Nacht auf der Sesvenna-Hütte am Ende des Schlinigpasses oder fahren noch wenige Kilometer weiter, vorbei am Pforzheimersee (neben der nicht mehr genutzten alten Pforzheimer Hütte des DAV) nach Schlinig, wo die Etappe ihr Ende nimmt.

Die Landschaft am Schlinigpass

Die Landschaft am Schlinigpass

Zusammenfassung & GPS

  • Länge: 50,07 km
  • Höhenmeter: 2.115 m
  • Dauer: 8-9 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S3-S4

Alles was du auf einer Alpenüberquerung dabei haben solltest findest du in unserer Alpencoss Packliste.

Unsere Hotel Empfehlung in Schlinig: Hotel Edelweiß*


Karte

Joe Route: 4. Etappe: Schlinig – Trafoi

Ab heute sind wir endlich ausschließlich auf der Joe Route unterwegs. Etappe 4 führt uns auf 39,6 Kilometern von Schlinig nach Trafoi.

Nach dem die dritte Etappe mit zahlreichen Schiebepassagen gespickt war, kann man auf diesem Abschnitt der Alpenüberquerung wieder sein Sitzfleisch trainieren.

Die Tour beginnt mit einer Abfahrt in die Ortschaft Mals. Hier hat man die Möglichkeit sich noch mit Proviant für die anstehenden 1.600 Höhenmeter einzudecken.

Nach passieren von endlosen Apfel-Plantagen, die einem durch die Bewässerung etwas Abkühlung spenden, führt die Route langsam ansteigend in den Wald. Im Schatten der Bäume werden nun ca. 900 Höhenmeter in mäßiger Steigung abgetragen.

Blick zurück nach Mals

Blick zurück nach Mals

Furkelhütte

Nach gut 22 Kilometern hat man den ersten Aufstieg hinter sich gelassen und es beginnt eine entspannte Abfahrt auf einer Fortstraße. Drei Kilometer später beginnt der zweite und letzte Anstieg des Tages, der uns hinauf zur Furkelhütte bringt. Von hier genießt man einen tollen Blick auf das Ortler-Massiv.

Abfahrt von der Ausblick von der Furkelhütte auf Forstwegen

Abfahrt von der Ausblick von der Furkelhütte auf Forstwegen

Die Hütte bietet noch einmal die Gelegenheit sich für die Abfahrt nach Trafoi (1.570 m) zu stärken. Viele Kilometer sind es zwar nicht mehr und auch die Höhenmeter sind schon absolviert, dennoch nimmt man jede Stärkung natürlich gerne mit.

Trafoi

Die restlichen ca. 5 Km rollt man auf einer steilen Fortstraße ins Tal. Trafoi hat zwar nur 80 Einwohner besticht jedoch durch seine Lage direkt am Ortler und bietet so eine optmiale Ausgangslage für den langen Anstieg zum Stilfser Joch.

Zusammenfassung & GPS

  • Länge: 39,6 Km
  • Höhenmeter: 1.650
  • Dauer: 04:31
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S1

Alles was du auf einer Alpenüberquerung dabei haben solltest findest du in unserer Alpencoss Packliste.

Trafoi ist zwar ein rech kleiner Ort, doch auch hier gibt es mit dem Hotel Madatsch* ein Hotel das in Sachen komfort keine Wünsche offen lässt.


Karte

Joe Route: 5. Etappe: Trafoi – Santa Caterina

Auf der 48,93 Km langen 5. Etappe des Alpencross auf der Joe Route stand mit dem Stilfser Joch ein weiteres Highlight der Joe Route auf dem Programm.

24,6 km und 1.844 Höhenmeter in 48-Kehren. Das klingt nach einer ganzen Menge Schinderei. Wohl dem, der sein Quartier am südlichen Ortsende von Trafoi aufgeschlagen hat und sich so zahlreiche Höhenmeter sparen kann.

Doch auch ab Trafoi sind nicht weniger als 1.100 Höhenmeter bis zum Joch zu absolvieren. So führt Wikipedia die Strecke als „zweithöchsten asphaltierten Gebirgspass der Alpen“. Nach dem Frühstück geht es also direkt daran die zwischen 7% und 15% steile Steigung zu bezwingen. Die von 48 bis 1 durchnummernierten Kehren wirken dabei je nach Verfassung (de-) motivierend.

Stilfser Joch Auffahrt

Stilfser Joch Auffahrt

Wer genug Sitzfleisch und Kondition dabei hat für den ist der Anstieg mit dem Ortler-Gebirge im Hintergrund aber ein großer Genuss.

So versteht es sich von selbst, dass die Strecke mit unzähligen Leidensgenossen auf dem Moutainbike oder dem Rennrad bevölkert ist. Nach gut 2,5 Stunden ist der Spuk vorbei und wir erreichen das Plateau unterhalb der Dreisprachenspitze. Hier bieten einige Restaurants die Möglichkeit einer Stärkung. Da langsam Regen aufzog kam uns eine Unterkunft mit warmer Suppe sehr gelegen.

Blick von oben

Blick von oben

Abfahrt vom Stilfser Joch

Nun sollte die Joe Route eigentlich über die Dreisprachenspitze zu einem Trail nach Bormio führen. Eigentlich, denn aufgrund des nasskalten Regens entschieden wir uns die Abfahrt so schnell wie möglich auf der Teerstraße, die auf der Südseite des Stilfser Jochs verläuft, hinter uns zu bringen.

Die Straße war schon häufig Teil des Giro d’Italia und lässt sich auch entsprechend schnell fahren.

Stilfser Joch Südseite

Zwar kein Trail aber auch schön: Die Stilfser Joch Südseite

Von Bormio nach Santa Catarina

Nach der ca. 20 Km langen Abfahrt erreicht man die Ortschaft Bormio. Mit immerhin 4.066 Einwohnern bietet Bormio nicht nur die Gelegenheit sich neue Schläuche zu besorgen, sondern auch für leckeren Cafe in würdigem Ambiente.

Cafe-Pause in Bormio

Cafe-Pause in Bormio

Zum Abschluss der Etappe gab es noch schier endlose 500 Höhenmeter auf der Straße hinauf nach Santa Catarina als Nachschlag. Zur Belohnung wurde am Abend standesgemäß gespeißt.

Pizza in Santa Catarina

Pizza in Santa Catarina

Zusammenfassung & GPS

  • Länge: 49,1 km
  • Höhenmeter: 1.810
  • Dauer: 04:22
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S1

Alles was du auf einer Alpenüberquerung dabei haben solltest findest du in unserer Alpencoss Packliste.

Am ende von Santa Caterina befindet sich das Hotel Garni Thurwieser*. Hier waren wir mit Wäscheservice und einem reichhaltigen Frühstück bestens versorgt. Auch Einkaufsmöglichkeiten und eine Pizzaria befinden sich in der Nähe.


Karte

Joe Route: 6. Etappe: Santa Caterina – Dimaro

Mit 69,9 Km ist die 6. und damit vorletzte Etappe der Joe Route eine der Längeren. Mit dem Passo Gavia und der Auffahrt zum Rifugio Angelino Bozzi stehen zwei Anstiege auf dem Programm.

Wie bereits am Vortag bei der Auffahrt zum Stilfser Joch geht es auch in Santa Catarina direkt nach dem Frühstück in die vollen. Bereits nach 500 Metern weißt einen ein Straßenschild auf den Beginn des Gaviapass hin.

Gaviapass

Die erste Auffahrt zum Pass wurde mit der Strecke von Bormio nach Santa Catarina bereits am Vortag absolviert. Dennoch waren heute zehn Kehren mit durchschnittlichen 5,6% Steigung zu befahren bis die Passhöhe auf 2,618 Metern erreicht war. Da auch die Heckmair-Route über den Passo Gavia führt ist auf der Strecke deutlich mehr los als auf dem Rest der Joe Route.

Gavia Pass auf der Joe Route

Gavia Pass auf der Joe Route

Auf der Abfahrt über die Nordseite des Gaviapass geht es deutlich ungemütlicher zu als am Vortag am Stilfser Joch. Da die Straße teilweise sehr schlecht ausgebaut ist kommt es immer wieder zu Engstellen, an denen entgegenkommende Autos und Radfahrer sich aneinander vorbeischieben müssen.

Nach ca. 10 Km Abfahrt sollte man die Abzweigung links zur Ortschaft Pezzo nicht verpassen, sonst gibts ein paar Höhenmeter extra.

Case Di Viso

Nach dem man die Ortschaft hinter sich gelassen hat nähert man sich dem historischen Ort Case Di Viso (1753 m) im Viso Tal. Case di Viso ist ein altes Bergdorf, das in seiner ursprünglichen Form erhalten werden konnte und so zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden ist.

Forcellina di Montozzo & Rifugio Angelino Bozzi

Von dort geht es auf grobem, zäh zu fahrenden Untergrund 900 Höhenmeter in Richtung Forcellina di Montozzo. Hier mekrt man die strapazen der letzten Tage und kämpft sich Stück für Stück ans Rifugio Angelino Bozzi (2.478 m) heran, von wo aus eine weitere Rampe zur Forcellina di Montozzo führt.

Blick zurück in Richtung Rifugio Bozzi

Blick zurück in Richtung Rifugio Bozzi

Die Bozzi Hütte wurde dem Soldaten Angelino Bozzi gewidmet, der unweit der Hütte ums Leben kam. Heute bietet die Hütte Übernachtungsmöglichkeiten für 20 Personen sowie ein kleines Museum, in dem die Geschichte dieser Gegend entdeckt werden kann. Sie ist auch die letzte Einkehrmöglichkeit auf dem Ansteig zur Forcellina di Montozzo. Dieses Plateau war zwischen 1915 und 1918 ein blutiger Schauplatz im 1. Weltkrieg. Heute erinnern, neben dem Rifugio Angelino Bozzi, einige Denkmäler und gut erhaltene Schützengräben an die Vergangenheit dieses Ortes.

Wo früher Soldaten lauteren bieten die Gräben nun Mountainbikern Schutz vor dem Wind um sich für die kommende Anbfahrt zu stärken.

Ankuft auf der Montozzo Scharte

Ankuft auf der Montozzo Scharte

Abfahrt nach Dimaro

Blick auf den Lago di Pian-palu

Blick auf den Lago di Pian-palu

Um ans heutige Etappenziel Dimao zu kommen mussten zunächst über 1.800 Höhemeter abgefahren werden, liegt doch Dimaro lediglich auf 766 m. Die Abfahrt erfolgt auf einem ca. 8 Km langen Trail der Kategorie S2. Größtenteils flowing, aber immer wieder mit ein paar kniffligen, verlbockten und ausgesetzen Stellen. Vor der Kulisse des Lago di Pian Palu sicherlich die landschaftlich reizvollste Abfahrt der Tour.

Ein Trail mit allem was dazugehört

Ein Trail mit allem was dazugehört

Die letzten Höhenmeter wurden dann auf der Teerstraße durch viele kleinere Ortschaften ausgerollt. In Dimaro kam dann erstmals italienisches Flair auf. Deutlich wärmere Temperaturen und tempramentvolle Gastgeber zeigten: Es ist nicht mehr weit!

Zusammenfassung & GPS

  • Länge: 69,9 km
  • Höhenmeter: 2.050
  • Dauer: 06:37
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S3-S4

Alles was du auf einer Alpenüberquerung dabei haben solltest findest du in unserer Alpencoss Packliste.

Italienisches Flair pur bekommt man im Jolly B&B Dimaro. Neben tiefen Einblicken in den - liebenswert chaotischen - Lebensstil des Besitzers und seiner Muttter, bekommt man auch die Möglichkeit die Bikes zu waschen und einen Wäscheservice.


Karte

Joe Route: 7. Etappe: Dimaro – Riva

Finale! Die letzte Etappe der Joe Route führt uns auf knapp 80 Km nach Riva del Garda und ist damit nicht nur die letzte sondern auch die längste Strecke auf der Joe Route.

Mit dem guten Gefühl am nächsten Tag einfach im Bett liegen bleiben zu können, war man auf der letzten Etappe noch einmal richtig motiviert. Über 2.000 Höhenmeter lagen zwischen Dimaro und dem Gardasee. Direkt nach dem Frühstück warteten dann gleich mal 800 Höhenmeter um auf das auf 1550 m gelegene Madonna di Campiglio zu kommen. Der überwiegend im Wald verlaufende Anstieg war bis auf wenige steilere Rampgen gut zu fahren aber unspektakulär. Die Schönheit der Dolomiten sollte noch auf sich warten lassen.

Nach dem man Madonna di Campiglio hinter sich gelassen hatte, ging es wieder in den Wald um auf einem kruzen Trail, der später wieder in ein Fortstraße überging ins Tal zu rauschen. Hier bot sich in einer Hütte auch noch die Möglichkeit der Stärkung für den zweiten Anstieg.

7 Tage auf einem Untersetzer

7 Tage auf einem Untersetzer

Dolomiten Feeling

Gut gesättigt ging es auf die nächsten 700 Höhenmeter. Vorbei am Lago di val D’Agola wartete anschließend eine längere Schiebepassage auf uns, bis wir den für heute höchsten Punkt auf 1.850 m erreicht hatten. Jenseits der Baumgrenze ließ sich nun die Landschaft in vollen Zügen genießen.

Dolomiten Gipfel

Dolomiten Gipfel

Auf der folgenden Abfahrt wurden über 1.400 Höhenmeter in kürzester Zeit abgetragen, doch der Gardasee war noch immer über 20km enfernt. In der Mittagshitze mussten zunächst 400 weitere Höhenmeter absolviert werden.

Gardasee in Sicht

Dann war es dann endlich soweit und zwischen Häusern konnte man einen ersten Blick auf den Gardasee werfen. Die nächsten Kilometer zogen sich wie Kaugummi. Hitze, Erschöpfung und Ungeduld taten ihr Übriges.

Auf zum Finale

Auf zum Finale

Am Lago di Tenno angekommen, bot sich noch einmal die Gelgenheit auf einem kurzen Trail die letzten Körner zu verbrennen. Dann war es nach 389,6 Km und 10.194 Höhenmetern endlich geschafft, wir erreichten Riva. Stolz und glücklich hatten wir uns das ein oder andere Bier am See verdient. Nach einer Nacht in Riva ging es mit dem Taxi zum Bahnhof nach Rovereto um von dort mit dem Zug zurück nach München zu fahren.

Geschafft: Das Cube MTB am Gardasse

Geschafft: die Joe Route gefinished

Hinweis
Für die Rückfahrt empfiehlt es sich die Tickets (auf für das Bike) vorher zu besorgen. Damit ist man zwar an einen Zug gebunden, gehört aber nicht zu denen die samt Mountainbike zurückgelassen werden, weil das Fahrradabteil voll ist.

Zusammenfassung & GPS

  • Länge: 79,11 km
  • Höhenmeter: 2.338
  • Dauer: 07:33
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S2

Alles was du auf einer Alpenüberquerung dabei haben solltest findest du in unserer Alpencoss Packliste.

Wer am Gardasee noch ein paar Tage dranhängen möchte, bekommt mit dem Albergo Alle Porte* ein gutes Hotel in zentraler Lage. See und alles was sonst noch wichtig sein könnte ist fußläufig zu erreichen. Die Mountainbikes können in einem Keller abgestellt werden.


Karte

Gesamtfazit – Alpencross auf der Joe Route

Bewertung
  • Kondition
  • Technik
  • Landschaft
4.5

Kurzfassung

Abwechslungsreicher aber auch sehr fordernder Alpencross mit vielen Highlights.

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