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Trans Slowenien mit dem Mountainbike

⏱ Lesezeit: 17 Minuten
Trans Slowenien mit dem Mountainbike

in 7 Tagen mit dem Mountainbike durch Slowenien

Wer an eine Mountainbike Transalp denkt, dem kommt in der Regel nicht als erstes Slowenien in den Sinn. Im Vergleich zu einigen Routen an den Gardasee fristet Slowenien noch ein Nischendasein. Zu Unrecht, wie dieser Erfahrungsbericht zeigt.

Inhaltsverzeichnis

Infos & GPS-Daten

↔️ Gesamtlänge: ca. 400 km↗️ Höhenmeter: ca. 9.000 m
Rundtour: NeinEtappentour: 7 Etappen
Technik: bis zu S3Mit ÖPNV erreichbar: Ja
Start: Villach (AT)
Ende: Piran
Einkehrmöglichkeit: Ja

Die Unterkünfte, in denen wir übernachtet haben findest du in den Beschreibungen der einzelnen Etappen.

Trans Slowenien Packliste

Wir waren folgendermaßen ausgerüstet:

Auf dem Rad

  • Helm
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz
  • Handschuhe
  • Bikebody
  • Bikeshort
  • Kurzarm-Trikot (2x)
  • Base-Layer Unterhemd (2x)
  • Buff-Tuch
  • Radschuhe
  • Radsocken
  • Trinkflasche (2x)
  • Protektoren

In der Satteltasche

  • Ersatzschlauch (1x)
  • Taschentücher
  • Lappen
  • Kettenschloss
  • Multitool
  • Schaltauge

Erste-Hilfe-Set

  • Pflaster
  • Schere
  • Verbandsmaterial
  • Mullkompressen
  • Latexhandschuhe
  • Tape
  • Tabletten
  • Blasenpflaster
  • Rettungsdecke
  • Ersatz Bremsbeläge
  • Schnur
  • Kabelbinder

Im Bike-Rucksack

  • Longsleeve
  • Regenjacke & Regenhose
  • Helmüberzug
  • Warme Jacke
  • Überziehschuhe
  • Beinlinge
  • Armlinge
  • 1 Paar Ersatzsocken
  • Microfaser-Handtuch
  • Sport-Sonnencreme (Faktor 50)
  • Merino Boxershort
  • Stift
  • Dünne Jogginghose
  • Ohropax
  • Schlafmaske
  • Notfallnummern
  • 3x Tüte (1x frische Wäsche, 1x Schmutzwäsche, 1x Müll)
  • Powerbank (Optional, alle Unterkünfte verfügen über Strom)
  • Trinkflasche

Weitere Utensilien

  • Trans-Alpin-Rucksack mit Regenhülle
  • GPS-Gerät
  • Offline-Karten
  • Handy + Ladegerät
  • Flickzeug
  • Dämpferpumpe
  • Schloss

Verpflegung für unterwegs

  • Riegel
  • Getränke-Pulver (in Portionstütchen)

Persönliches

  • Personalausweis
  • EC-Karte / Kreditkarte
  • Bargeld
  • Versicherungskarte
  • DAV-Ausweis

Reiseapotheke

  • Aspirin/Schmerztabletten
  • Mückenstift/ -salbe

Hygieneartikel

  • Shampoo und/oder Waschgel
  • Zahnbürste/-pasta
  • Gesäßcreme
  • Lippenschutz UV 50
  • Deo

Karte & Höhenprofil

Warum eine Trans Slowenien?

Eine Transalp durch Slowenien hat ihren ganz eigenen Reiz. Zwar sind die Berge nicht so hoch wie in den Westalpen, dafür taucht man auf den ca. 400 Kilometern in unzählige verschiedene Welten ein.

Julische Alpen Panorama

Die Julischen Alpen im Norden

Von den Karawanken durch das malerische Soča Tal, über noch immer vom Ersten Weltkrieg gezeichnete Berge und in Weingegenden mit ihren sanften Hügeln, bis einen die letzten Karstfelsen bis ans Meer begleiten.

Eine Trans Slowenien bietet also Abwechslung pur und das wunderschöne Städtchen Piran an der Adria garantiert ein ganz besonderes Finale.

Anreise

Durch die Anreise von München aus bot sich Villach als Start unserer Trans Slowenien perfekt an. In ca. 4,5 Stunden bringt einen die österreichische Bundesbahn von München bis an den Rand der Karawanken.

Tipp:

Wir haben das Zugticket bei der ÖBB gebucht. Das hatte zwei Vorteile:

  1. Es war günstiger als bei der DB (44 € pro Person und Strecke inkl. Bike)
  2. Das Fahrradticket lässt sich bei der ÖBB direkt dazu buchen

Apropos Fahrradticket: dieses solltet ihr unbedingt vorher kaufen, da die Bike-Plätze in den Fernzügen sehr begrenzt sind, weshalb eine Reservierung erforderlich ist.

Mit dem Zug nach Villach

Mit dem Zug nach Villach

Etwas komplizierter gestaltete sich die Planung der Rückfahrt. Ideen die Rückreise über Triest und Italien anzutreten wurden aufgrund der langen Reisedauer schnell wieder verworfen. Letztendlich sollte uns ein Shuttle (von Taxi Piran) wieder nach Villach bringen.

Da wir die einzigen waren, die an diesem Tag die Strecke fahren wollten war der Fahrpreis mit 140 € pro Person zwar nicht günstig, aber die Zeitersparnis und die Aussicht auf nur 1x Umsteigen waren es uns wert.

Unterkünfte

Wir haben alle Unterkünfte im Voraus gebucht. Das birgt zwar das Risiko, dass man durch eine Verzögerung (durch Wetter, Defekt …) auf den Kosten sitzen bleibt, wir wollten jedoch unterwegs so wenig Planungsstress wie möglich haben.

Da die Zielorte der Etappen entweder ausreichend touristisch geprägt oder entsprechend groß sind, herrscht bei den Unterkünften selten Mangel. Sofern man außerhalb der Hauptreisezeit unterwegs ist.

Reisezeit

Da die Berge in Slowenien nicht mehr allzu hoch sind, gibt es kein Problem mit lange liegendem Schnee. Dennoch kommt es vor, dass der Vršič-Pass auf 1.611 m Ende Mai noch gesperrt ist. Deshalb bietet sich vor allem der Juni und der Spätsommer ab September für eine Trans Slowenien an. Im Hochsommer hingegen kann es sehr heiß werden.

Trans Slowenien bei bestem Wetter

Trans Slowenien bei bestem Wetter

Bike und Ausrüstung

Die Trails auf dieser Route bestehen häufig aus viel losem Geröll und sind großteils nicht allzu anspruchsvoll. Ausnahme sind hier der Trail am Stol und der Trail nach dem Nanos Plateau, wo es recht steil und anspruchsvoll wird. Deshalb solltest du auf jeden Fall ein Fully dabeihaben. Wir sind mit unseren All Mountain Fullys gut zurechtgekommen.

Aufgrund der teils langen Etappen würde ich von schwereren Bikes eher abraten.

Deinen Rucksack solltest du nicht allzu voll packen. Platz für eine Brotzeit sollte auf jeden Fall noch sein, denn häufig wirst du mehrere Stunden ohne Einkehrmöglichkeit unterwegs sein.

Hier findest du alles zum Thema Alpencross Packliste.

Etappe 1: Von Villach über die Karawanken nach Slowenien

Nach einem deftigen Abendessen und einer entspannten Nacht im Hotel Center Rooms in Villach ging es nun endlich los.

Nachdem wir uns mit ausreichend Verpflegung für einen langen Tag eingedeckt hatten, fuhren wir los in Richtung Faker See.

Blick auf die Karawanken

Blick auf die Karawanken

Auf gut ausgebauten Straßen und Wegen waren die ersten Kilometer schnell gemacht. Ein schöner Trail über eine Wiese am Fuß der Karawanken brachte uns zum ersten Anstieg unserer Tour.

Auf Wiesen zum ersten Anstieg

Auf Wiesen zum ersten Anstieg

Das Ziel: Der Annahüttensattel auf 1.580 m, der auch die Grenze zu Slowenien darstellt. Die Auffahrt gestaltete sich eher langweilig. Erst gegen Ende lichtete sich der Wald und gab den Blick auf den Faker See und Villach frei.

Annahüttensattel

Auf dem Annahüttensattel

Auf slowenischer Seite ist jedoch schnell Schluss mit Langeweile. Dass ein Teil des Wegs durch einen Felssturz unpassierbar war und durch einen Trail umfahren werden muss, wussten wir bereits.

Dass auf dem oberen Teil des Weges immer wieder Bäume den Weg blockiert haben: Geschenkt.

Zerstörter Weg nach Kranjska Gora

Dass der Weg aber alle paar hundert Meter wieder durch Murenabgänge in Mitleidenschaft gezogen wurde, war teilweise sehr abenteuerlich. So war dann auch der Trail, der kurz vor einem Tunnel die Fußgänger und Fahrradfahrer um den zerstörten Weg führen sollte nicht in dem Zustand, in dem wir ihn uns erhofft hatten.

Gegen Ende war auch noch ein wenig Canyoning nötig, um den Gebirgsbach Belca Fels für Fels zu überqueren.

Erdrutsch im Belca Tal

Erdrutsch im Belca Tal

Erst am Ende des Tals wurde sichtbar, was sich hier abgespielt hat und wie wenig die Natur von dem, was der Mensch aus ihr gemacht hat, übriggelassen hat.

Nach diesen Strapazen ist der restliche Weg nach Kranjska Gora nur noch Formsache. Auf überwiegend asphaltierten Radwegen ging es zügig in den beliebten Wintersportort.

  • Start: Villach (AT)
  • Ziel: Kranjska Gora
  • Länge: 48,7 km
  • Anstieg: 1.439 m
  • Maximale Höhe: 1.570
  • Dauer: 6 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S2

Unsere Unterkunft in Kranjska Gora

  • Youth Hostel Barovc*
  • Hostel mit eigenem Bad & Frühstück
  • Die Mountainbikes können im Inneren des Hostels abgestellt werden
  • Lage leider etwas außerhalb von Kranjska Gora
  • Freundliches Personal, als wir unsere Wäsche draußen zum trocknen aufgehängt haben wurde uns der Trockner des Hostels zur Verfügung gestellt.
  • Zahlung mit Kreditkarte oder Bar möglich

Weitere Unterkünfte in Kranjska Gora



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Etappe 2: Von Kranjska Gora über den Stol in’s Soča Tal

Heute wartete nicht nur die längste, sondern auch die Etappe mit den meisten Höhenmetern auf uns. Gespickt mit zahlreichen Highlights wie dem Vršič-Pass, dem Soča Tal und dem Stol ließen wir die Karawanken hinter uns und tauchten in den Triglav Nationalpark ein.

Los ging es von Kransjka Gora entlang des fast ausgetrockneten Flusses Pišnica. Nach einer Überquerung des Bachs startete die Auffahrt zum Vršič-Pass.

Mit dem MTB auf den Vršič-Pass

Auffahrt zum Vršič-Pass

Der Vršič-Pass ist mit 1.611 m der höchste befahrbare Gebirgspass in den Julischen Alpen. Auf einer Mischung aus Asphalt und Pflastersteinen geht es durch zahlreiche Haarnadelkurven mit teils 14 % Steigung hinauf.

Steinmännchen am  Vršič-Pass

Steinmännchen am Vršič-Pass

Der Vršič-Pass war im Ersten Weltkrieg von großer Bedeutung und wurde von russischen Kriegsgefangenen erbaut. Um der zahlreichen Opfer unter ihnen zu gedenken, befindet sich seit 1916 eine russisch-orthodoxe Kapelle auf der Nordseite des Passes.

Kurz vor Erreichen der Passhöhe befindet sich die Berghütte Tičarjev Dom, gefolgt von einer weiteren Hütte, dem Postarski Dom auf 1.688 m.

Obwohl der Pass eine viel befahrene Straße darstellt, war die Auffahrt insgesamt ein Genuss. Immer wieder bieten sich Blicke auf den 2.547 m hohen Prisojnik mit seinem markanten „Loch“ und dem Felsengesicht.

Panorama am Vršič-Pass

Panorama am Vršič-Pass

Da wir uns in Kransjka Gora mit ausreichend Proviant eingedeckt hatten, verzichteten wir auf eine Einkehr und genossen bei einer ausgiebigen Brotzeit die Aussicht.

Die Abfahrt vom Vršič-Pass gestaltete sich vor allem rasant. Auf gut gepflegtem Asphalt geht es zügig in Richtung Soča Ursprung.

Die Soča wird nun für lange Zeit unser Begleiter sein. Leider verhindern immer wieder Verbotsschilder das direkte Fahren am Fluss mit seiner einzigartigen Farbe.

Mit dem Mountainbike durch das Soca Tal

Mit dem Mountainbike durch das Soca Tal

Da mit der Auffahrt zum Stol noch ein weiterer schwerer Anstieg auf uns wartet, bleibt ohnehin nicht viel Zeit, um das Soča Tal zu genießen.

Über Bovec führte uns die Straße nach Žaga. Hier begann unser nächster Anstieg. Weitere 1.000 Höhenmeter sollten nun bezwungen werden. An einem Brunnen trafen wir auf einheimische, denen wir von unserem Plan berichten.

Ob wir ihren Kommentar „You will sweat, but it’s worth it“ als Motivation oder Demoralisierung interpretieren sollen wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht.

Sie hatten mit beidem recht. Während sich zu Beginn auf Asphalt recht schnell erste Erfolge einstellten, wurde der Uphill ab der zweiten Hälfte auf langgezogenen Schotterwegen zur Geduldsprobe.

Höhenmeter für Höhenmeter kurbelten wir uns auf der Nordseite des Stol, hinter dem die Sonne schon verschwunden war, empor.

Doch irgendwann lichtete sich der Wald und eine sonnendurchflutete Lücke tat sich am Berg auf. Nach ziemlich genau 2.000 Höhenmetern standen wir auf dem Rücken des 1.673 m hohen Bergs. Dieser war Schauplatz der zwölften Isonzo-Schlacht im Ersten Weltkrieg.

Mit dem Mountainbike auf dem Stol

Davon ist zum Glück heute nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil: Die Abendsonne tauchte die umliegenden Berge in ein warmes Licht und machte den ersten Teil der Abfahrt entlang des südlichen Bergrückens zu einem echten Highlight.

Trail Abfahrt vom Stol

Trail Abfahrt vom Stol

Die eigentliche Abfahrt vom Stol erfolgt jedoch auf einem Trail auf der Nordseite, der uns noch einmal alles abverlangte.

Extrem steil und mit vielen Wurzeln durchsetzt, mussten wir uns an so mancher Stelle geschlagen geben. Der Trail veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit und wurde immer steiniger und flacher, sodass am Ende doch noch so etwas wie Flow aufkam.

Dennoch waren wir froh, als wir nach fast 90 Kilometern Kobarid, unser heutiges Tagesziel erreichten.

  • Start: Kranjska Gora
  • Ziel: Kobarid
  • Länge: 84,9 km
  • Anstieg: 1.973 m
  • Maximale Höhe: 1.629
  • Dauer: 7 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S3

Unsere Unterkunft in Kobarid

  • Apartments RA-fting*
  • Apartment mit eigenem Bad und Küche
  • Die Mountainbikes haben wir in der Küche abgestellt
  • Zentrale Lage in Kobarid
  • Zahlung in Bar möglich

Weitere Unterkünfte in Kobarid



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Etappe 3: Über Kolovrat nach Tolmin

Wie schon am Vortag erwarteten uns auch heute Schauplätze aus dem Ersten Weltkrieg auf unserer Trans Slowenien.

Die Möglichkeit die Etappe mit einer Auffahrt auf den Matajur zu starten ließen wir schweren Herzens aus.

Zwar ist eine Tour zum Matajur durchaus lohnenswert (wie ich letztes Jahr schon erleben durfte), da die zusätzlichen 1.000 Höhenmeter jedoch nicht zum vorankommen beitrugen (Auf- und Abfahrt sind nahezu identisch) und uns noch schwere Etappen bevorstehen konzentrierten wir uns heute voll auf den Kolovrat.

Auffahrt Kolovrat

Auffahrt Kolovrat

Dieser Gebirgszug verläuft zwischen Kobarid und unserem heutigen Etappenziel Tolmin.

Schon kurz nach Kobarid beginnt der 12 Kilometer lange Anstieg. Die ersten 500 Höhenmeter bis zur Ortschaft Ort Livek auf 690 m haben es mit einer durchschnittlichen Steigung von 14 % durchaus in sich.

Kurz hinter Livek

Kurz hinter Livek

Die Straße ist aber gut in Schuss und wir kamen gut voran. Ab Livek eröffnet sich mehr und mehr ein Panorama, das uns an den Wilden Kaiser erinnert. Steile, felsige Bergmassive der Julischen Alpen bauten sich nördlich von uns auf.

Ein Blick nach Süden verriet schon ein bisschen, was uns auf den letzten Etappen erwarten wird. Zunächst steht jedoch eine ausgiebige Mittagspause auf dem menschenleeren Kolovrat auf dem Programm.

Blick vom Kolovrat in Richtung Süden

Blick vom Kolovrat in Richtung Süden

Die Abfahrt vom Kolovrat verläuft zunächst auf dem Grenzkamm, der Italien von Slowenien trennt. Auch hier begegneten uns immer wieder alte Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg.

Ein feiner erster Trail führte uns zu einem Freilichtmuseum, in dem Relikte aus dem Ersten Weltkrieg Originalgetreu wieder aufgebaut wurden.

Trail vom Kolovrat

Trail vom Kolovrat

Die Abfahrt vom Kolovrat verläuft fast vollständig auf Trails, der folgende Teil war jedoch so gar nicht nach unserem Geschmack. Nasses, seifiges Geröll machte das Fahren fast unmöglich.

Je weiter wir nach unten kamen, desto trockener und fahrbarer wurde der Untergrund. Eine kleine Holztreppe eröffnete einen weiteren Trail, der dank griffigem Waldboden und einigen Wurzeln richtig Laune machte.

So landeten wir nach etwa 1.000 Tiefenmetern, zufrieden und mit ordentlich Armpump in Tolmin.

  • Start: Kobarid
  • Ziel: Tolmin
  • Länge: 23,5 km
  • Anstieg: 993 m
  • Maximale Höhe: 1.160
  • Dauer: 2,5 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S2

Unsere Unterkunft in Tolmin

  • Skyblue*
  • Großzügige Ferienwohnung mit Küche zum selber kochen / frühstücken
  • Mit Klimaanlage
  • Lage etwas versteckt in einem Hinterhof
  • Die Mountainbikes können im Inneren des Apartments abgestellt werden
  • Zentrale Lage in Tolmin, Waschsalon fußläufig erreichbar

Weitere Unterkünfte in Tolmin



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Etappe 4: Von Tolmin nach Vipava

An Tag vier hieß es Abschied nehmen. Die türkisblaue Soča und wir gingen ab heute getrennte Wege. Zu Beginn zeigte sich der aufgestaute Fluss jedoch noch einmal in seiner vollen Farbenpracht.

Die Soča in Most na Soči

Abschied von der Soča in Most na Soči

Während die Soča ab Most na Soči ihren Weg in Richtung Süden fortsetzt ging es für uns in Richtung Südosten über Čepovan ins Vipava Tal.

Zwar fährt es sich auf der frisch asphaltierten Straße nach Čepovan recht angenehm, dennoch wurde uns schnell klar, dass das heute eine zähe Nummer wird.

Uphill nach Čepovan

Uphill nach Čepovan

Bis wir das 365 Seelendorf Čepovan auf 604 m erreichten hatten wir bereits knapp 30 Kilometer in den Beinen. Bis zum höchsten Punkt der Etappe auf 1.251 lagen weitere ca. 15 Kilometer vor uns.

Ab Čepovan verläuft der Weg in dichtem Wald. Menschen haben wir bis dahin an diesem Tag kaum gesehen und auch hier trifft man nur selten auf Artgenossen.

Als wir uns vor lauter Wald schon wie bei den Sieben Zwergen fühlten erreichten wir ein keines aber feines Zwischenziel: Auf 1.100 Meter befindet sich der Zugang zu einer Eishöhle. Um diese zu erreichen, mussten wir die Mountainbikes abstellen und zu Fuß einige Meter absteigen.

Am Eingang der Eishöle

Schon bevor wir den Eingang der Doline erreichten merkten wir, wie die Temperaturen mit jedem Meter sinken. Am Eingang der Höhle ist es unglaublich kalt und wir konnten uns vorstellen, wie kalt es im Inneren der Höhle sein muss. Da die Eishöhle nicht betreten werden kann, lässt sich nur erahnen, was sich in diesem schwarzen Loch abspielt.

Zurück auf dem Bike erreichten wir wenig später endlich den höchsten Punkt des Tages. Kurz darauf befanden wir uns auf einer exzellenten Asphaltstraße, die frei von Verkehr zu Temposünden einlädt.

Zwischendrin stand noch ein kurzer, schottriger Trail auf dem Programm, bevor es wieder auf rasanten Asphalt hinab nach Ajdovščina im Vipava-Tal ging.

Ankunft im Vipava-Tal

Von Ajdovščina ging es auf Feldwegen bis nach Vipava, wo wir unsere Unterkunft leider etwas zu Abseits gebucht hatten und deshalb noch 150 Bonus-Höhenmeter kurbeln durften. Unser Tipp: Nicht nachmachen, lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und im Zentrum übernachten, dort ist es sehr schön.

  • Start: Tolmin
  • Ziel: Vipava
  • Länge: 68,2 km
  • Anstieg: 1.665 m
  • Maximale Höhe: 1.266 m
  • Dauer: 6,5 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S1

Unsere Unterkunft in Vipava

  • Farm Stay Ferjančič*
  • Diese Unterkunft war leider ein Reinfall:
    • Lage zu weit Außerhalb von Vipava
    • Die Unterkunft liegt 150 hm oberhalb von Vipava
    • Zimmer war leider nicht sauber
  • Apartment mit Wohn- und Schlafzimmer + eigener Küche
  • Frühstück inklusive
  • Wie der Name schon sagt, liegt das Apartment in einem Bauernhof (Landluft inkl.)

Weitere Unterkünfte in Vipava



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Etappe 5: über das Nanos Plateau nach Postojna

Auf dem Papier haben die Etappen unserer Trans Slowenien jeden Tag weniger Höhenmeter. Zu glauben, dass es leichter wird sollte man jedoch nicht. Zumindest nicht, bevor man auf dem Nanos Plateau war.

Von Vipava ging es zunächst etwas ungewohnt in Richtung Norden. Diesen kleinen Schlenker müssen wir in Kauf nehmen, um die Berghütte Vojkova koča auf 1.240 m zu erreichen.

Der Weg dorthin hatte jedoch die eine oder andere Überraschung für uns auf Lager.

Schon zu Beginn der Etappe waren wir etwas genervt vom starken Wind, der selbstverständlich immer von der falschen Seite weht.

Doch nicht nur das: trotz permanentem bergauf kurbeln fraß sich durch den Wind eine unangenehme Kälte in unsere Glieder.

Umso froher waren wir, als wir die Berghütte Abram erreicht hatten und uns dort mit einer warmen Suppe für beiden letzten Ansteige stärken konnten.

Tragepassage auf dem Nanos Plateau

Tragepassage auf dem Nanos Plateau

Diese war auch bitter nötig, denn der folgende Anstieg war zwar kurz, doch mussten die Bikes fast den kompletten Weg getragen werden.

Kurz vor Ende der Tragepassage erwartete uns die erste Überraschung: Eine Herde Pferde, die sich am Waldrand vor dem Wind geschützt hatte und sich wohl durch uns etwas in die Enge getrieben fühlte.

So kam uns plötzlich eine Pferdeherde mit skeptischen Blicken entgegen. Um zu zeigen, dass wir in Frieden kommen bleib uns nichts anderes übrig, als die Herde in einem großen Bogen zu umlaufen.

Pferdeherde

Kurze Begegnung mit einer Herde Pferde

Kaum hatten wir den Weidezaun passiert, stand die Herde wieder an Ihrem ursprünglichen Platz am Waldrand. Ende gut, alles gut.

Als wir besagten Wald wieder verlassen hatten, tat sich ein phänomenales Panorama auf. Auf der Hochebene des Nanos Plateau war es uns sogar möglich bis ans Meer zu sehen. Das Ende unserer Trans Slowenien schien hier bereits zum greifen nah.

Die nächste Überraschung lies jedoch nicht lange auf sich warten. Unser eigentliches Ziel, der Aussichtspunkt Pleša von dem man (angeblich) ganz Slowenien überblicken kann war in eine dichte Wolke gehüllt.

Durch den Nebel auf dem Nanos Plateau

Schiebend durch den Nebel auf dem Nanos Plateau

Auch der Weg dorthin gestaltete sich alles andere als einfach. Die starken Windböen machten es uns unmöglich zu fahren, so dass wir auch den diesen Anstieg schieben mussten.

Als wir endlich an der Hütte Vojkova koča angekommen waren, konnten wir aufgrund der Wolke kaum noch die Hand vor den Augen sehen. Die Temperaturen hatten sich auf 7 Grad abgekühlt und vor uns lag ein langer und anspruchsvoller Trail.

Da die Hütte geschlossen hatte, blieb uns nur ein schneller Snack und alles anzuziehen, was der Rucksack hergab.

Trail vom Nanos Plateau

Trail vom Nanos Plateau

Wie das Wetter zeigte sich auch der Trail von seiner rauen Seite. Steinig und verblockt war er eine echte Herausforderung. Doch mit den Wolken lockerte sich auch der Trail. Es folgten felsige und flowige Passagen in schöner Abwechslung, was uns die vorherigen Strapazen schnell vergessen ließ.

Als uns der Trail im Tal ausspuckte, stand mit dem Felsenschloss Predjama noch eine tolle Sehenswürdigkeit auf dem Programm. Wir folgten einem offiziellen Fahrradweg, der sich kurz vor Predjama in einen super Trail verwandelte. Dieses Konzept bitte auch in Deutschland übernehmen.

Höhlenburg Predjama

Höhlenburg Predjama

Die Höhlenburg Predjama wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut und ist wirklich beeindruckend. Zwar haben wir die Burg nicht von innen gesehen, aber allein zu sehen wie das Teil in den Felsen gebaut wurde ist den Weg wert.

Anschließend ging es auf Feldwegen nach Postojna, unserem heutigen Etappenziel.

  • Start: Vipava
  • Ziel: Postojna
  • Länge: 47,8 km
  • Anstieg: 1.406 m
  • Maximale Höhe: 1.247 m
  • Dauer: 5 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S2

Unsere Unterkunft in Postojna

  • Garni Hotel Lotos*
  • Modernes Hotel etwas außerhalb von Postojna
  • Einkaufsmöglichkeiten und Waschsalon in der Nähe
  • Frühstück inklusive
  • Mountainbikes können in einer Garage abgestellt werden

Weitere Unterkünfte in Postojna



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Etappe 6: Von Postojna nach Kozina

Nach den Strapazen vom Vortag sollte es heute etwas ruhiger zugehen. Zwar standen heute wieder ca. 60 Kilometer auf dem Plan, dank guter Wege und nur ca. 1.000 Höhenmetern war das fast schon ein Ruhetag.

Nach kurzem Einrollen ging es aber gleich auf die ersten Trails, bevor es wieder auf Asphalt und Schotterwegen immer auf und ab ging.

Auf hügeligen Pfaden durch Slowenien

Auf hügeligen Pfaden durch Slowenien

Nach einer rasanten Abfahrt nach der Ortschaft Pivka wartete dann aber doch noch ein längerer Anstieg auf uns, der sich auf etwa 25 Kilometer und 500 Höhenmetern durch slowenisches Niemandsland zog.

Da der Anstieg immer wieder durch kurze Abfahrten unterbrochen wurde, zog es sich zwar in die Länge, die Strapazen hielten sich aber in Grenzen.

So war auch heute der Wind unser größter Gegner.

Mit dem Mountainbike auf Schotter durch Slowenien

Auf einfachen Wegen nach Kozina

Zwar nicht so spektakulär wie auf dem Naons Plateau, aber auch heute verlief ein großer Teil der Etappe auf einer Hochebene, die je nach Abschnitt den Blick zurück auf die Julischen Alpen oder nach vorne in Richtung Adria freigab.

Die immer flacher werdende Landschaft ließ keinen Zweifel daran, dass das Meer nicht mehr weit sein konnte.

Kurz vor dem Ende der Etappe belohnten wir uns noch mit gut 100 Tiefenmetern auf einem gut zu fahrenden S1 Trail, bevor wir in Kozina unser Quartier bezogen.

Bei landestypischen Gnocchi und Bier wurden die Kräfte für das große Finale gesammelt.

  • Start: Postojna
  • Ziel: Kozina
  • Länge: 59,3 km
  • Anstieg: 887 m
  • Maximale Höhe: 786 m
  • Dauer: 4,5 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S1
 

Unsere Unterkunft in Kozina

  • Motel Jadranka*
  • Motel mit großzügem Zimmer und eigenem Restaurant
  • Lage etwas außerhalb, Einkaufsmöglichkeiten aber direkt gegenüber
  • Frühstück inklusive
  • Mountainbikes konnten in einem Nebenraum abgestellt werden

Weitere Unterkünfte in Kozina



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Etappe 7: Von Kozina nach Piran

Nachdem die gestrige Etappe im Vergleich zu den vorhergingen geradezu unspektakulär war, bekamen wir heute noch einmal eine Menge Abwechslung geboten.

Die ersten Kilometer verliefen entspannt durch Wälder und große freie Flächen. Stets entlang einer Bahntrasse kamen wir gut voran.

Bis sich wieder eine herrliche Karstlandschaft abzeichnet, die letzte Hürde, die uns noch vom Meer trennt. Wir tauschten die Schotterstraße gegen einen letzten, genialen Trail.

Mit dem Mountainbike an die Adria

Das Meer fest im Blick

Anspruchsvoll aber gut Fahrbar war hier das Motto. Das Meer mittlerweile vor Augen absolvierten wir die letzten Tiefenmeter entlang des letzten Karstfelsens.

Beim Blick zurück erkannten wir, welch wunderbare Landschaft wir nun hinter uns lassen.

Slowenischer Karstfelsen

Die Karstfelsen lassen wir hinter uns

Für Sentimentalitäten war es aber noch zu früh und der Weg nach Piran zu weit. Unser nächstes Zwischenziel, die Stadt Koper, sollte jedoch schon direkt am Meer liegen.

Schon von weitem konnten wir die Kräne des Hafens erkennen, doch der Weg zog sich noch lange hin. Auf einem Radweg konnten wir die viel befahrene Straße umgehen, bevor dann in Koper endgültig Schluss mit der Einsamkeit war.

Endlich am Meer. Bei der letzten Pause vor dem Ziel waren die Anstrengungen der letzten Tage wie weggeblasen.

Es folgte ein langer Radweg am Meer entlang, bevor uns die letzten kleinen Anstiege noch einmal forderten, wenn auch eher psychisch als physisch.

Ortsschild von Piran

Endlich: Wir haben Piran erreicht

Noch eine langgezogenen Abfahrt durch touristische Promenaden, dann standen wir endlich am Ortsschild von Piran.

Nach einem ersten Bier haben wir es uns nicht nehmen lassen, die letzten Meter bis an den westlichsten Zipfel Prians zu fahren, um dort die Trans Slowenien für abgeschlossen zu erklären.

Piran Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in Pran – Ein würdiger Abschluss unserer Trans Slowenien

  • Start: Kozina
  • Ziel: Piran
  • Länge: 53,8 km
  • Anstieg: 515 m
  • Maximale Höhe: 613m
  • Dauer: 3,5 Std.
  • Sportart: Mountainbike
  • Rundtour: Nein
  • Mit ÖPNV erreichbar: Nein
  • Etappen-Tour: Ja
  • Singletrailskala: S2

Unsere Unterkunft in Piran

  • B&B Casa mia*
  • Gemütliches B&B mit toller Aussicht auf Piran und das Meer
  • Frühstück auf der Trasse mit Meerblick inklusive
  • Die netten Gastgeber haben uns gleich mal ein Bier spendiert
  • Mountainbikes können im Frühstückraum abgestellt werden

Weitere Unterkünfte in Piran



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Gesamtfazit

Fazit
  • Kondition
  • Landschaft
  • Technik
4

Kurzfassung

Eine Trans Slowenien ist eine spannende Abwechslung zu einer Transalp in den Westalpen. Zwar sind die Trails nicht so technisch und die Pässe nicht so hoch, doch das wird durch eine vielfältige Landschaft und freundliche Menschen ausgeglichen.

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