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Garmin Fenix 6s Pro Test: Smartwatch zur Fahrradnavigation

Aktualisiert am 24.06.2020 | ⏱ Lesezeit: 15 Minuten
Fenix 6s Pro Test

Die Garmin Fenix 6s Pro im Test

Seit Ende August ist die Garmin Fenix 6 auf dem Markt und besticht mit einigen Neuerungen, die mich bewogen haben meine Fenix 3 durch die Fenix 6s Pro zu ersetzen und zu testen.

Inhaltsverzeichnis

Fenix 6 Modellvergleich

Garmin hat die Produktpalette der Fenix mit dem letzten Release deutlich erweitert. Den Kunden stehen damit zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Preise (UVP) reichen dabei von 599,99 € für das “Einsteigermodell”, bis zum High End Modell mit Sloar-Glas zum Nutzen von Sonnenenergie für stattliche 949,99 €.

Grundsätzlich gibt es die Fenix 6 in zwei Varianten: die “normale” und die Pro. Die Pro-Varianten beinhalten zusätzliche Features wie Karten, WLAN und das Speichern von Musik.

Bei der Größe gibt es drei Modellvarianten:

  • Fenix 6s (klein)
  • Fenix 6 (mittel)
  • Fenix 6x (groß)

Wie sich das in Größe und Gewicht bemerkbar macht, zeigt dir folgende Tabelle:

42 mm47 mm51 mm
Physische Größe42 x 42 x 13,80 mm47 x 47 x 14,70 mm51 x 51 x 14,90 mm
Anzeigegröße30,40 mm (1,20 Zoll) Durchmesser33,02 mm (1,30 Zoll) Durchmesser35,56 mm (1,40 Zoll) Durchmesser
Anzeigeauflösung240 x 240 Pixel260 x 260 Pixel280 x 280 Pixel
Gewicht61 g83 g93 g

Da für mein schmales Handgelenk bereits die Fenix 3 zu Groß war, habe ich mich für das kleinste Modell mit einem Gehäusedurchmesser von 42 mm entschieden.

Wie die Tabelle zeigt, müssen dabei aber Abstriche bei der Displaygröße gemacht werden. Im Vergleich zur Fenix 3 ist das Display der 42 mm Variante aber exakt gleich.

Technische Daten: Fenix 6s Pro

Größe42 x 42 x 13,80 mm
Displaydurchmesser30,40 mm
Auflösung des Displays240 x 240 px
Gewicht61 g (mit Armband)
Wasserdichtigkeit10 ATM
FarbdisplayJa
Speicher32 Gb
Speicher erweiterbarNein
TouchdisplayNein

Features und Funktionen

Es folgt eine Übersicht, der wichtigsten Features der Fenix 6s Pro. Falls du dich schon mit den Funktionen der Uhr befasst hast, kannst du auch direkt zum Test springen.

Seit knapp 5 Jahren bin ich zufriedener Besitzer einer Garmin Fenix 3, die mir in Kombination mit einem Brustgurt zur Pulsmessung treue Dienste leistet. Vorwiegend kommt die Fenix bei folgenden Aktivitäten zum Einsatz:

  • Mountainbiken
  • Laufen
  • Wandern

Warum der Umstieg auf die teure Garmin Fenix 6?

Mein Use Case

Der Hauptgrund mir eine Fenix zuzulegen ist ihre Vielseitigkeit.

Strecken und Leistungsdaten aufzeichnen können auch deutlich günstigere Smartwatches. Letztendlich zum kauf meiner ersten Fenix hat mich allerdings die Navigationsfunktion bewogen.

Um den Lenker montiert hat bereits die Fenix 3 einen ordentlichen Job als “Navigationsgerät” gemacht.

Ebenfalls nützlich empfinde ich die frei konfigurierbaren Datenfelder, so habe ich beim Mountainbiken immer den Überblick über

  • Distanz, Zeit und Geschwindigkeit
  • Puls
  • Gefahrene Höhenmeter
  • Verbrauchte Kalorien
  • Höhenprofil
  • Distanz bis zum Ziel
  • Gefahrene Höhenmeter

Während Trittfrequenz und Wattzahlen für mich keine Rolle spielen, sind mir die Navigationsfunktionen deutlich wichtiger und hier spielt die Fenix 6s Pro ihr Stärken aus.

Navigation am Mountainbike mit der Fenix 6

Navigation am Mountainbike mit der Fenix 6

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Die Fenix 6s Pro hat in Sachen Navigation gegenüber der Fenix 3 nochmal deutlich zugelegt. Dank der vorinstallierten Karten geht die Navigation deutlich flüssiger und dank der ClimbPro Funktion wird das Höhenprofil in einzelne Anstiege zerlegt, was einen deutlich genaueren Einblick in die zu fahrenden Anstiege ermöglicht.

In Sachen Features hat Garmin in den letzten Jahren ganz schön rangeklotzt. Die Auswertungen werden immer detaillierter und der Funktionsumfang immer größer.

Ein kurzer Überblick:


🛰 GPS / GLONASS / Galileo
Zur Navigation und Aufzeichnung stehen bei der Fenix 6 drei Systeme GPS, GLONASS. Und Galileo zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können.


🔋 Akkulaufzeit

Die Batterielaufzeit hat sich im Vergleich zur Fenix 3 von 20 auf 25 Stunden bei der Nutzung von GPS verbessert. Aber auch bei der Fenix 3 bin ich mit der Akkulaufzeit immer sehr zufrieden gewesen.

Ein Energiesparmodus soll bei der Fenix 6 für noch längere Akkulaufzeiten sorgen. Dabei werden nur Zeit, Datum und Akkustand angezeigt. In Kombination mit GPS nennt Garmin das “Expeditionsmodus”.

Akkulaufzeit
Smartwatch9 Tage
mit GPS25 h
mit GPS + Musik6 h
GPS Expeditionsmodus20 Tage
im Batteriesparmodus34 Tage
Power ManagerJa

☞ Kartennavigation

Garmin liefert bei der Fenix 6s pro vorinstalliertes topologisches Kartenmaterial für ganz Europa mit.

Zusätzlich gibt es über 40.000 Golfplätze und 2.000 Karten für Skigebiete in der ganzen Welt.


↺ Routenvorschläge (RoundTrip-Routing)

Anhand der Distanz, die du Laufen oder Biken möchtest macht dir die Fenix 6 Routenvorschläge.

Mit dieser Funktion bin ich allerdings noch nicht richtig warm geworden, da die Berechnung der Routen sehr lange dauert und nicht immer die schönsten Strecken vorgeschlagen werden.


🧭 Kompass / Höhenmesser / Barometer

Zur Orientierung verfügt die Fenix 6s pro über einen Kompass, einen Höhenmesser und ein Barometer.


♬ Musikstreaming

Bis zu 2.000 Titel können auf der Smartwatch gespeichert werden. Diese werden entweder per USB-Kabel (und Garmin Express) oder über einen Streaming-Dienst wie Amazon, Deezer oder Spotify übertragen.


€ Garmin Pay

Mit Garmin Pay bietet Garmin die Möglichkeit mit der Fenix 6 per NFC kontaktlos zu bezahlen. Um Garmin Pay zu nutzen, benötigst du aber einer digitale Mastercard, die du bei VIMpay kostenlos bekommst.

Ich habe Garmin Pay noch nicht genutzt.


↗ PacePro & ClimbPro

ClimbPro zeigt dir automatisch den verbleibenden Ansteig und die aktuelle Steigung an.

PacePro hilft dir dabei, die richtige Geschwindigeit beim Laufen zu halten.


💗 Herzfrequenzmessung

Die Fenix 6s pro verwendet einen optischen Herzfrequenzsensor der dritten Generation zur Herzfrequenzmessung.


♥ Pulsoxymetrie (Pulse Ox)

Nicht nur die Herzfrequenz, sondern auch die Sauerstoffsättigung (SpO2%) des Bluts wird bei der Fenix 6s pro am Handgelenk gemessen.

Dadurch sollst du erkennen können, wie gut dein Körper (z. B. in der Höhe) Sauersftoff aufnimmt.


↔ Verbindungen

Die Fenix 6s pro lässt sich über Bluetooth, ANT+ und WLAN mit anderen Geräten (z. B. Trittfrequenzmessern am Mountainbike) verbinden.


⌛ Body Battery Energielevel

Anhand von Puls und Sauerstoffsättigung im Blut ermittelt die Fenix 6 deine “Body Battery”, die dir helfen soll den richtigen Zeitpunkt für dein nächstes Training zu finden.


🗣 Atemfrequenz

Dabei wird Atemhäufigkeit pro Minute gemessen. Der Wert wird einerseits kontinuierlich aufgezeichnet, kann aber auch als Datenfeld in einer Aktivität angezeigie maximale Sauerstt werden, um zu sehen, ob es Auffälligkeiten in der Atmung beim Training gibt.


💨 VO2max

Die Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) gab es bereits bei den Vorgängermodellen. Sie gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit bei Ausdauersportlern.

Um die VO2max beim Radfahren/Mountainbiken zu ermitteln ist jedoch ein Powermeter nötig.


😓 Trainingseffekt

Die Fenix ermittelt anhand der zurückgelegten Distanz, dem Puls und der Geschwindigkeit sowohl den aeroben als auch den anaeroben Trainingseffekt und gibt Hinweise zur Regenerationszeit.


Personalisierung

Nahezu alle Smartwatches von Garmin lassen sich je nach Geschmack personalisieren.

QUICKFIT Armbänder

So lassen sich die Armbänder über einen QUICKFIT genannten Mechanismus schnell und einfach tauschen. Auf eBay oder Amazon findest du eine große Anzahl an Armbändern für jeden Geschmack.

Widgets

Widgets dienen der Visualisierung von Daten oder der Steuerung der Musik. Sie ermöglichen dir schnellen Zugriff auf Daten wie

  • Wetter
  • Puls
  • Höhe
  • Kompass
  • Deine letzte Aktivität
  • uvm

Es gibt zahlreiche vorinstallierte Widgets, die du nach Belieben ein- oder ausblenden kannst.

Das Wetter-Widget

Das Wetter-Widget

Im Garmin Connect IQ Store findest du zusätzliche Widgets von Garmin selbst oder von Drittanbietern.

Apps

Durch zusätzliche Apps kannst du den Funktionsumfang deiner Fenix deutlich erweitern. So lassen sich beispielweise Timer oder Dienstleister wie Komoot mit deiner Fenix verbinden.

Watch Faces / Ziffernblätter

Garmin Watch Face

Das Watch Face lässt sich auch an die Jahreszeit anpassen

Das Watch Face ist sozusagen der Home-Bildschirm deiner Garmin Uhr. Auch er lässt sich je nach Geschmack individualisieren. Doch nicht nur die Optik, sondern auch welche Daten auf deinem Watch Face angezeigt werden sollen, lässt sich nach Belieben Einstellen.

Datenfelder

Jede Aktivität, die mit der Fenix aufgezeichnet werden kann verfügt über Datenfelder, die unterschiedliche Leistungsdaten wie Geschwindigkeit, Puls oder Strecke anzeigen.

Für jede Aktivität kannst du selbst eintscheiden, welche Datenfelder angezeigt werden sollen. Während der Aktivität kannst du durch die Datenfelder navigieren und hast so immer alle Daten im Blick.

Im Connect IQ Store findest du unzählige zusätzliche Datenfelder, mit denen du die Daten nach deinen Wünschen visualisieren kannst.

Das Einrichten von Apps, Watch Faces oder Datenfeldern erfolgt entweder via Smartphone und der Garmin Connect App oder über den PC mit Garmin Express.

Fenix 6s Pro im Test

Mittlerweile war die Fenix 6s pro auf einigen Mountainbike Runden dabei, Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Unboxing

Die Fenix 6s pro kommt in einem schicken grauen Karton. Er enthält lediglich die Uhr, ein USB-Ladekabel (ohne Netzstecker) und eine kurze Anleitung.

Erster Eindruck

Zunächst war ich von der geringen Größe der Uhr überrascht. Im Vergleich zur Fenix 3 wirkt die 6s pro fast schon wie eine Kinderuhr. Was mir aber bei einem Handgelenkumfang von mickrigen 16,5 cm sehr entgegenkommt.

Fenix 6s pro vs Fenix 3

Deutlicher Größenunterschied zwischen Fenix 6s pro und Fenix 3 – Gut zu sehen: Das entspiegelte Display der Fenix 6

Der Größenunterschied macht sich auch im Gewicht (61 g vs. 82 g) bemerkbar.

Die meisten Einsparungen wurden dabei an der Lünette vorgenommen, die im Gegensatz zu den größeren Fenix Modellen deutlich weniger wuchtig ist.

Optisch ist das sicher Geschmackssache, ich bin aber froh, dass es nun auch Fenix Modelle gibt, die nicht so sehr auftragen.

Kopplung mit dem Smartphone

Da die Fenix ja eine Smartwatch ist, will sie auch mit dem Smartphone gekoppelt werden, um mit der Garmin Connect App zu syncronisieren und Push-Benachrichtigungen anzeigen zu können.

Die Kopplung mit meinem iPhone 8 stellte sich allerdings als schwierig heraus. Immer wieder kam die Meldung “Beim Auffinden des Geräts sind Probleme aufgetreten”.

Nach dem dritten Reset der Uhr hat es dann endlich geklappt und die Uhr ist zuverlässig mit dem Smartphone verbunden.

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Auch nicht ohne Hindernisse verlief die Verbindung mit dem WLAN. Das Einrichten ging zwar über die Garmin Connect App schnell, beim Versuch Musik auf die Uhr zu laden kam es aber immer wieder zu Problemen.

So verweigert die Uhr die Verbindung mit unserem Router und will nur über den Repeater mit dem WLAN kommunizieren. Um Musik auf die Fenix zu bekommen, muss ich also ans andere Ende der Wohnung gehen.

Das Menü

Aufgrund des Funktionsumfangs der Uhr gleicht das Menü einem Dschungel. Ich habe bei der Fenix 3 lange gebraucht, bis ich mit der Menüführung zurechtgekommen bin.

Durch den erweiterten Funktionsumfang muss ich auch bei der 6er einiges neu Lernen.

Einige Dinge haben sich jedoch verbessert.

Ein langes Drücken auf die “Licht”-Taste führt in ein Favoriten-Menü, in dem schnell auf wichtige Funktionen zugegriffen werden können:

Fenix 6s Pro Test

Schneller Zugriff auf wichtige Funktionen

Die Widgets zeigen deutlich mehr Informationen an, ohne dass sie geöffnet werden müssen:

Fenix 6s Pro Widgets

Praktisch: die Widgets

oder bei Bergfreunde.de kaufen

GPS Genauigkeit

Eine der wichtigsten Funktionen einer Sportuhr ist die Genauigkeit der aufgezeichneten Daten. Wie schon bei meiner Fenix 3 lasse ich auch bei der Fenix 6 GPS und GLONASS parallel laufen.

Bei einer Fahrt habe ich beide Uhren dabei gehabt, um einen Vergleich zu bekommen. Dabei war die Fenix 3 am Lenker montiert und die Fenix 6 am Handgelenk.

Fenix 3Fenix 6s Pro
Distanz26.38 km26.25 km
Höhenmeter186 m199 m
Ø HF119 bpm124 bpm
Max. HF160 bpm161 bpm
Maximale Geschwindigkeit31.1 km/h32.0 km/h
Kalorien931963

Obwohl zwischen beiden Modellen einige Jahre liegen, sind sich die Daten recht ähnlich. Das zeigt, dass beide Fenix Modelle auf recht hohem Niveau arbeiten und keine allzu großen Verbesserungen zu erwarten sind.

Bein Blick auf die Karte zeigen sich jedoch ein paar Unterschiede (Fenix 6: Hellblau, Fenix 3 Dunkelblau):

Im Tunnel

Fenix 6 GPS im Tunnel

GPS im Tunnel (Fenix 6: Hellblau, Fenix 3 Dunkelblau)

Bei einer kurzen Tunnelfahrt (ca. 100 Meter) verlieren beide Uhren das Signal, die Fenix 6 findet das Signal allerdings recht schnell wieder. Die Fenix 3 ist zunächst orientierungslos und zeichnet mehr Daten auf.

Auch beim Laufen ist mir aufgefallen, dass die Fenix 6s pro das Satellitensignal recht schnell verliert, beispielsweise unter Brücken. Bis das Signal wieder gefunden ist, kommt es zu Ungenauigkeiten in der Aufzeichnung.

Im Wald

Im folgenden Kartenausschnitt liegt der linke Weg auf einem Trail im Wald, während der rechte Weg ein breiter Forstweg ist.

Fenix 6 GPS Weg Trail

Fenix 6: Hellblau, Fenix 3 Dunkelblau

Auf dem Trail schert die Fenix 6 etwas nach links aus, was aber Position am linken Handgelenk unter der Jacke geschuldet sein kann (zur Erinnerung die Fenix 3 war am Lenker).

Auch auf dem dritten Bild sehen wir, dass beide Uhren auf dem Forstweg (keine Bäume beeinträchtigen das Signal) den Weg sehr gut treffen, auf dem Trail im Wald aber beide Uhren Abweichungen zeigen.

GPS Genauigkeit Fenix 6

Fenix 6: Hellblau, Fenix 3 Dunkelblau

Nach einigen Läufen mit nicht zufriedenstellenden GPS-Aufzeichnungen haben ich mir die App “Display GPS” installiert, um zu sehen, ob es unterwegs zu Verbindungsbbrüchen kommt:

Fenix GPS Tracking

Verbindungsabbrüche beim GPS

Du siehst drei kleinere und einen großen Abbruch. Der Große ist ein ca. 100m langer Tunnel und die drei kleineren sind Brücken. Das Problem sind aber nicht die Abbrüche, sondern dass die Position, an der die Fenix das Signal wieder findet häufig nicht mit meiner tatsächlichen Position übereinstimmt:

Positionsabweichung

Findet die Fenix das Signal wieder, ist es häufig zunächst neben dem Weg

Bei 3 -4 Verbindungsabbrüchen pro Lauf kommen so schon ein paar Meter zusammen. Wie viel das Ausmacht, sieht man, wenn die Entfernungsdaten der Fenix mit denen aus Strava verglichen werden, wo die gelaufene Strecke an bestehende Wege angepasst wird:

EinstellungStrecke FenixStrecke StravaAbweichung in %
GPS + Galileo10,1 km11,1 km9,9%
GPS + Galileo10,05 km10,64 km5,8%
GPS + Glonass7,017,273,7%

Abweichungen von bis zu 10% sind natürlich schon enorm und machen das Laufen auf Pace pro KM mit der Fenix 6s pro fast unmöglich.

Meine Recherchen im Garmin-Forum haben ergeben, dass Garmin wohl Fehler bei der Aufzeichnung (z. B. bei Brücken) mit einer Berechnung zu korrigieren versucht. Und hier liegt wohl das Problem:

“Garmin is calculating the distance not only from the GPS data, but also from other sensors (probably the accelerometer), to compensate for GPS errors. Except that it’s working in some cases (mostly if you don’t run a loop in my experience, and with bad GPS reception, like a city), and in some others, it really cuts the distance a lot.”Quelle

Exportiert man das GPX-File, das die Uhr erzeugt und lädt es in einen GPX-Viewer siehst du, dass die Aufzeichnug deutlich besser war als das, was in der Fenix angezeigt wird.

Ich habe deshalb meine Läufe aus der Stadt mit Läufen im freien Gelände verglichen. Im Freien lagen die Abweichungen zwischen 10 und 50 Metern, bei einer 10 KM Strecke.

Meine Erkenntnisse sind:
* Das GPS der Fenix 6s Pro funktioniert den Umständen (Brücken, Wetter..) entsprechend gut
* Je häufiger das Signal abbricht (z. B. durch Brücken) desto größer ist die Abweichung, da die Fenix viel korrigieren muss
* Je schwieriger die Bedinungen (z. B. durch Bäume oder Häuserschluchten) desto größer ist die Abweichung, da die Fenix viel korrigieren muss

Ich hoffe, dass Garmin hier mit einem Update nachsteuert. Zumindest scheinen sie sich dem Problem bewusst zu sein. Das wird im Artikel “GPS-Drift und Umgebungsfaktor beeinflussen die GPS-Genauigkeit der MARQ Serie und fenix 6 Serie” im Support-Center von Garmin recht anschaulich erklärt.

Bei meiner ersten Nutzung war ich überrascht, wie schnell die Fenix 6 das Signal gefundet hat, allerdings hat sie es wenig später wieder verloren und mir damit eine Aufzeichnung komplett runiniert (40 0m Abweichung zur Fenix 3 bei einem 8 km Lauf).

Hier hilft es noch ein paar Sekunden mit dem Start zu warten, damit ein stabiles Sinal aufgebaut werden kann. Dann sollte es auch unterwegs weniger Abbrüche geben.

💡 Hinweis

Die GPS-Probleme beziehen sich aber nur auf das Laufen in der Stadt mit hohen Häusern, Brücken und anderen Hindernissen.

Beim Wandern im “freien” Gelände ist die Aufzeichnungsqualität sehr gut.

Pulsmessung am Handgelenk

Ein paar Worte noch zur Pulsmessnug der neuen Fenix. Als optischer Pulssensor arbeitet hier ein neuer Garmin Elevate in der Version 3, Pulsmessung am Handgelenk hat aber dennoch ihre Schwächen.

Sitzt die Uhr nicht korrekt oder verrutscht während dem Training können die Werte fehlerhaft sein.

Auch ruckartige Bewegungen können die Genauigkeit der Pulsmessung beeinträchtigen. Beim Mountainbiken auf dem Trail liegt es in der Natur der Sache, dass das Handgelenk stark wackelt.

So hatte ich auch hin und wieder beim Mountainbiken (vor allem bei schnellem Anstieg der Herzfrequenz) unrealistisch niedrige Pulswerte (< 100).

Beim Mountainbiken werde ich ohnehin weiter auf einen Brustgurt setzen, damit ich die Fenix am Lenker befestigen kann und weiter Herzfrequenzdaten bekomme.

Navigation

Fenix 6s Pro Navigation

Fenix 6s Pro Navigation

oder bei Bergfreunde.de kaufen

Für mich das wichtigste Feature an der Fenix 6: Die Navigation mit Karten.

Sobald ein GPX-Track auf die Uhr übertragen wird, steht er im Menü unter “Navigation” zur Verfügung. Auch können Strecken direkt in Garmin Connect geplant und durch Synchronisieren auf die Uhr übertragen werden.

Ist dir Uhr mit einer entsprechenden Halterung am MTB Lenker befestigt, lässt sich das Display der 6s Pro auch während der Fahrt recht gut ablesen.

In der Stadt, wo viele kleine Straßen zusammenkommen ist die Navigation allerdings deutlich schwerer als in der Natur, wo Abzweigungen deutlich seltener sind.

Praktisch sind auch die Abbiege-Hinweise, die die Uhr kurz vor einer Kreuzung anzeigt, so ist auch im unübersichtlichen Gelände ein Verfahren sehr unwahrscheinlich.

💡 Weitere Informationen
Da das Thema sehr umfangreich ist, habe ich einen eigenen Artikel zum Thema Navigation mit der Fenix 6 veröffentlicht.

ClimbPro

ClimbPro Funktion

ClimbPro Funktion

Wie bereits erwähnt zerlegt ClimbPro eine geplante Strecke in mehrere Anstiege, welche dann in einem detaillierten Höhenprofil angezeigt werden. Dabei werden folgende Informationen angezeigt:

  • Länge des Anstiegs in km
  • durchschnittliche Steigung in %
  • Vertikalgeschwindigkeit
  • die zu fahrenden Höhenmeter
  • die Anzhal der Anstiege und wie viele Anstiege beireits gefahren wurden

ClimbPro ist eine der Funktionen, die für den Kauf der Fenix 6s Pro ausschlaggebend waren. Leider zerlegt die Uhr das Profil selbst, sodass der User keinen Einfluss darauf hat, was als Anstieg gewertet wird und was nicht.

Update

Seit der Softwareversion 5.0 ermöglicht Garmin den Usern wenigstens die Ansteigserkennung in drei Kategorien zu unterteilen:

  • Alle Anstiege
  • Medium und large
  • Nur große Ansteige

Da ich noch keine langen Anstiege mit der neuen Fenix fahren konnte, bitte ich hier noch um etwas Geduld, bis ich ein erstes Fazit ziehen kann.

Musikfunktionen

Spotify App der Fenix

Spotify App der Fenix

Ebenfalls ein tolles neues Feature ist die Möglichkeit Musik auf der Uhr zu speichern und über einen Bluetooth Kopfhörer abzuspielen.

Das Smartphone kann beim Laufen also in Zukunft daheim bleiben.

Für die großen Streamingdienste wie Spotify, Amazon Musik und Deezer gibt es eigene Apps, mit denen der Download von Playlisten gesteuert werden kann.

Als Nutzer von Spotify kann ich sagen, das klappt wirklich gut. Die Playlists können direkt an der Smartwatch ausgewählt und heruntergeladen werden.

Das funktioniert aber nur per WLAN und einem Akkustand von über 50 %, ein Übertragen der Musik via Smartphone auf die Uhr ist leider nicht möglich.

Wenn du keinen dieser Dienste nutzt, kannst du trotzdem Musik über die Fenix hören. Dazu kannst die die Songs per USB-Kabel vom Computer auf die Uhr übertragen.

Die Verbindung mit meinen No Name Bluetooth Kopfhörern klappt auch ohne Probleme und die Verbindung ist stabil.

Kopfhörer-Verbindung

Stabil: Die Verbindung mit Kopfhörern

Integration von Drittanbietern (Komoot)

Ebenfalls sehr spannend ist die Integration von Anbietern wie Komoot via App. So können auf Komoot geplante Touren ohne Umwege direkt auf die Garmin Uhr geladen werden und mit der Navigationsfunktion verwendet werden.

Das klappt auch recht gut, was mich jedoch nervt, ist dass alle Aktivitäten – auch die, die nicht über Komoot geplant wurden – automatisch zu Komoot hochgeladen werden.

Deshalb habe ich die Komoot App wieder von der Fenix deinstalliert.

Akkulaufzeit

Mit der Akkulaufzeit bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Die Uhr hält bei mir – bei zwei Ausdauereinheiten pro Woche – ca. eine Woche.

Bei der Verwendung von Musik und GPS sinkt die Akkulaufzeit aber deutlich. Wenn du also vorhast eine längere Trainingseinheit mit Musik und GPS zu starten, solltest du darauf achten, dass der Akku ausreichend voll ist.

Der Akkstand (der sonst in Tagen angegeben wird), wird beim Starten einer Aktivität in Stunden angezeigt, was eine genauere Übersicht über die Akkulaufzeit ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert Apple Music auf der Fenix 6?

Nein, aktuell funktionieren nur Spotify, Deezer und Amazon Music auf der Garmin Fenix 6.

Lohnt ein Umstieg von Fenix 5 zu Fenix 6?

Die größten Unterschiede sind: ClimbPro und PacePro, wenn du darauf verzichten kannst, lohnt sich der Umstieg meiner Meinung nach nicht.

Fazit

Ich habe die Fenix 6s Pro jetzt seit exakt einem Monat und war damit 6x Laufen, 4x Mountainbiken und 1x Wandern. Es handelt sich dabei also um ein erstes Zwischenfazit (der Artikel wird im Laufe der Zeit erweitert).

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Uhr sehr glücklich. Die Funktionsvielfalt ist einfach großartig, die Verarbeitung ist top und optisch sagt sie mir auch zu.

Mit der Datenqualität bin ich insgesamt zufrieden. Leichte Schwächen bei der Herzfrequenzmessung sind für mich nicht so tragisch, da ich noch einen Brustgurt zur Verfügung habe. An der Genauigkeit der GPS-Aufzeichnung kann Garmin auch noch arbeiten.

Ist die Uhr ihren Preis wert? Gute Frage, ich habe die Fenix dank eines Gutscheins für 450 € bekommen und denke nicht, dass ich sie zum UVP von 699 € gekauft hätte.

Wer auf Features wie Body Battery, Skikarten oder PacePro verzichten kann, wird sicher auch mit einem Vorgänger Modell wie der Fenix 5s plus glücklich.

Fenix 6s Pro

9.3

Verarbeitung

9.5/10

GPS Genauigkeit

9.0/10

Akkulaufzeit

9.0/10

Vielseitigkeit

9.5/10

Vorteile

  • Navigationsfunktionen
  • Musikfunktionen
  • Akkulaufzeit
  • Display

Nachteile

  • Teuer
  • Leichte Schwächen bei der Herzfrequenzmessung
  • GPS-Genauigkeit in der Stadt

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für deinen Test und den Bericht!
    Ich habe die Fenix 6 Pro (Softwareversion 5.0) und wüste gerne, wo man die ClimbPro Kategorien einstellt (Alle Anstiege / Medium und large / Nur große Ansteige).
    Kannst du mir einen Tipp geben?

    Antworten

    • Hallo Roberto,

      du findest die Einstellungen für ClimbPro unter “Aktivitäten und Apps” -> Sportart (z.B. “Mountainbike”) -> “MTB-Einstellungen” -> “ClimbPro” -> Dann ist es der letzte Punkt (“Anstiegserkennung”).

      Viele Grüße
      Michael

      Antworten

  2. Guten Tag,

    Ich interessiere mich auch für die 6s pro und wollte nachfragen, wie sich das mit dem Armband/Handgelenk auswirkt. Ich habe 18.5 Umfang am Handgelenk, möchte aber gerne die dezenter 6s kaufen. In den Specs steht aber, dass das mitgelieferte Silikonband nur für Handgelenke bis 182mm eignen. Bin da etwas in der Zwickmühle: Kannst du mir sagen, wieviel “Reserve” du noch ahst beim Arbend um dein Handgelenk herum? Falls möglich mit einem Foto, aber nur wenn es keien Umstände macht

    Antworten

    • Viele Grüsee und besten Dnak schon jetzt..
      Stefan

      (Sorry, zu schnell auf senden gefrückt)

      Antworten

    • Hallo Stefan,

      danke für deinen Kommentar. Ich habe das bei mir mal ausgemessen und bin auf einen ähnlichen Handgelenkumfang (ca. 18 cm) wie bei dir gekommen. Hier mal zwei Bilder:

      Ich hoffe, das hilft.

      Viele Grüße
      Michael

      Antworten

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