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SQlab 611 Active CrMo – MTB Sattel im Test

⏱ Lesezeit: 7 Minuten

Die meisten, die regelmäßig mit dem Mountainbike unterwegs sind kommen eines Tages an den Punkt, an dem sie sich die Frage nach dem richtigen MTB Sattel stellen. Bei Taubheitsgefühlen oder schmerzen am Gesäß wird häufig der Sattel als Übeltäter identifiziert. So haben auch mich längere Touren mürbe gemacht und mich in die Hände des SQlab 611 Active CrMo getrieben. Gehören alle Probleme nun der Vergangenheit an?

Der komplette Lieferumfang

Inhaltsverzeichnis

Den richtigen MTB Sattel finden

Während die meisten Mountainbikes mittlerweile ohne Pedale ausgeliefert werden, sind nach wie vor Sättel montiert, deren Kompatibilität mit dem eigenen Körper einem Lotteriespiel gleicht. Auf dem Markt tummeln sich jedoch zahlreiche Händler, die mit ergonomischen Sätteln um Geld und Gesäß der Biker buhlen. Ganz vorne dabei in diesem Spiel ist die Firma SQlab.

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Sie waren die ersten, die Sättel in unterschiedlicher Breite anboten um so der Individualität der Fahrer Rechnung zu tragen. Eine tiefer gelegte Sattelnase soll beispielsweise auch bei langen Anstiegen Taubheitsgefühlen im empfindlichen Dammbereich vorbeugen.

Typisches Profil eines ergonomischen MTB Sattels

Durch den SQlab Produktdschungel

Also warum der Ergonomie nicht mal eine Chance geben? Die erste Hürde zum bequemen MTB Sattel war zunächst in der großen Marken und Produktauswahl ein geeignetes Modell zu finden. Neben SQlab haben Ergon und andere Hesteller MTB Sättel mit unterschiedlichen Breiten und Dammentlastung im Angebot.

Da ich von anderen Fahrern bereits gutes über die Modelle von SQlab hörte, war die Entscheidung in dieser Hinsicht schnell gefallen. Damit ging die Qual der Wahl jedoch erst richtig los.

Stand heute (18.5.18) hat SQlab 23 verschiedene MTB Sattel im Angebot. Die Unterschiede zwischen 610, 611 oder 612 waren auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Mühsames durchforsten der einzelnen Beschreibungstexte brachte folgende Erkentniss:

  • 610 – Bequeme Sättel für Tourenbiker
  • 611 – Für All Mountain und Enduro Fahrer
  • 612 – Für Racer

Da ich eindeutig in die 611er Kategorie falle, war dieser Hürde nun auch genommen.

SQlab ERGOWAVE®

Einige SQlab MTB Sattel sind nach der ERGOWAVE® Passform gebaut. Das bedeutet, dass der hintere Teil des Sattels etwas über der „Front“ liegt. Der Hersteller verspricht so mehr Halt und mehr Kraftübertragung.

Zusätzlich soll die tiefe Sattelnase für mehr Komfort und weniger Taubheitsgefühle sorgen.

Aktiv oder Passiv?

Mit der optionalen active-Satteltechnologie ausgestattete Produkte ermöglichen dem Sattel sich mit den Beckenbewegungen des Fahrers mitzubewegen. Dies soll nicht nur die Effizienz der Treterei erhöhen, sondern auch Bandscheibenproblemen vorbeugen. Durch drei mitgelieferte Dämpfer („Elastomer“) in unterschiedlichen Härtegraden kann die Flexibilität des Sattels beeinflusst werden.

Die „Elastomer“ für die active-Satteltechnologie

Neben den oben aufgeführten Punkten gibt es noch unterschiedliche Modelle in Bezug auf Material der Sitzflächen oder Carbon Streben um das Gewicht zu reduzieren.

Meine Wahl fiel letztendlich auf den SQlab 611 active CrMo.

Die richtige Sattelbreite ermitteln

Um die richtige Sattelbreite herauszufinden müssen zunächst die Abstände der Sitzknochen vermessen werden. SQlab bietet dazu ein Set mit einer Pappe und einer Messlehre an um die Sitzknochenabstandmessung selbst vorzunehmen. Dazu setzt man sich auf die Pappe, der so entstehende Druck lässt in der Pappe Abdrücke entstehen aus deren Mittelpunkten der Abstand gemessen werden kann. Viele Fahrrad-Geschäfte bieten eine solche Vermessung auch vor Ort an.

Je nach dem was man für ein Bike fährt werden noch weitere Zentimeter addiert. Je aufrechter man auf dem Rad sitzt, desto mehr wird addiert. Im Zweifelsfall soll eher aufgerundet werden. Mit 120 mm Sitzknochenabstand + 2 cm aufgrund der MTB Sitzposition wurde der SQlab 611 active CrMo in einer Breite von 14 cm bestellt.

Der SQlab 611 active CrMo

Warum ausgerechnet der SQlab 611 active CrMo? Wie bereits erläutert ist die Wahl des richtigen Modells aufgrund der großen Produktvielfalt am Markt alles andere als leicht. Die active Technologie war für mich ein interessanter Punkt, während ERGOWAVE® kein Must-have war. Die ohnehin vorhandene Stufensattelform würde vermutlich ausreichen um das Gewicht besser zu verteilen als es mit meinem Standard-Sattel der Fall war.

Statt dessen war mir eine gewisse Flexibilität des Matierals wichtig, das sich an meinen Körper anpasst. Dank „Superlight Foam“ war beim SQlab 611 active CrMo ein solches komfortversprechen gegeben, das ich meinem geplagten Gesäß nicht vorenthalten wollte. Außerdem ist das Sattel mit ca. 130€ im Vergleich zu vielen anderen Modellen preislich noch im Rahmen.

Technische Daten

Erhältliche Breiten13, 14, 15 (cm)
Gewicht 285, 286, 290 (Gramm)
Max. Fahrergewicht100 (kg)
Entlastung des Dammbereichs75 (%)
Länge302 (mm)

Erster Eindruck

Das „Unboxing“ des Salltes gestaltet sich sehr unspektakulär. Lediglich in Folie verpackt, mit einem Papp-Label und den drei Dämpfern sowie einer Bedienungsanleitung kommt er daher.

SQlab 611 Active CrMo in der Orginalverpackung

Außerhalb der Folie macht das Teil aber einen äußerst hochwertigen Eindruck. An der Verarbeitung gibt es auf den ersten Blick nichts zu bemängeln. Bequem sieht er auch noch aus, allerdings verfügt er trotz „Superlight Foam“ über eine gewisse Härte. Wie sich das auswirkt musste der Praxistest zeigen.

Zunächst noch eine kurze Gewichtskontrolle: 302 Gramm bringt der Sattel auf die Waage. Knapp 20g mehr als die Herstellerangebe, die jedoch ohne Elastometer ermittelt wurde.

SQlab 611 Active CrMo auf der Waage

Laut Anleitung soll der Sattel so weit vorne wie möglich montiert werden. Aufgrund meiner Größe hatte ich meine Sättel in der Vergangenheit eher etwas weiter hinten, aber ich will der Sache ja eine Chance geben. Anderen Besitzern des SQlab 611 active CrMo zufolge sind ohnehin einige Nachjustierungen nötig bis man die optimale Position gefunden hat. Auch braucht es laut Hersteller rund zwei Wochen, bis sich die Haut der Sitzknochen an die erhöhte Position gewöhnt hat. Wäre interessant zu wissen wie viele Touren der verantwortliche Mitartbeiter innerhalb von zwei Wochen fährt 😉

Der SQlab 611 active CrMo im Praxistest

Also auf zur ersten Tour. Den Unterschied zu meinen vorherigen Satteln merke ich sofort. Die Entlastung des Damms ist deutlich spürbar und der Eindruck bleibt auch nach den ersten beiden Runden auf dem Hometrail.

SQlab 611 Active CrMo am Mountainbike

Auch die Erhöhung des Heck wirkt sich auf das Sitzgefühl aus. Der Druck der anstelle des Damms nun auf dem Gesäß liegt ist zunächst sehr ungewohnt. Mit dem Bewusstsein im Kopf, dass der Körper einige Zeit benötigt sich an die neue Sitzposition zu gewöhnen nehme ich die „Schmerzen des unbekannten“ zunächst in Kauf und blicke gespannt auf die erste längere Tour.

Nach vier Ausfahrten

Nach zwei Ausfahrten mit je 35 km auf den heimischen Hometrails und einer 2-Tägigen Tour um die Mieminger Kette mit insgesamt 2.700 Höhenmetern war es an der Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Tatsächlich brauche die Sitzknochen einige Zeit sich an den neuen Sattel zu gewöhnen. Besonders die Ansteige mit schwerem Rucksack auf der Mehrtagestour waren noch recht schmerzhaft.

Den Hinweis den Sattel zunächst eher vorne zu montieren habe ich anschließend noch etwas mehr berücksichtigt und den Sattel so weit vorne wie möglich angebracht. Ein Update wie sich das auf den Komfort auswirkt folgt.

SQlab 611 Active CrMo

8.5

Komfort

9.0/10

Gewicht

7.0/10

Verarbeitung

9.5/10

Vorteile

  • Verarbeitung
  • Sehr bequem

Nachteile

  • Hohes Gewicht
  • Lange Eingewöhnungszeit